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In 4 Schritten Suchmaschinen besser verstehen – Teil 1: Geschichte und Bedeutung verschiedener Suchmaschinen

Ich erinnere mich noch lebhaft an meine ersten Google-Versuche, bei denen ich minutenlang versucht habe, die richtige Schreibweise der Suchmaschine mehr oder weniger zu erraten (“Googel, Goggel, Goggle, …” – keine Variante blieb unversucht).

Kindern heutzutage passiert das wahrscheinlich nicht mehr, immerhin steht “googeln” seit 2004 im Duden. Aber Suchmaschinen gab es schon vor Google.

 

Die erste Suchmaschine startete 1990 für den universitären Betrieb, war  dementsprechend beschränkt auf FTP-Archive und trug den Namen “Archie”. Ab 1995 eroberten die ersten kommerziellen Suchmaschinen den Markt, unter ihnen Lycos, AltaVista und Infoseek. Google führte 1996 seinen Vorläufer “BackRub” ein, startet 1997 langsam seinen Erfolgskurs und spielte noch bis zur Jahrtausendwende eine eher untergeordnete Rolle. Heute ist es weltweit die meistgenutzte Suchmaschine und auch in Deutschland mit einem Marktanteil von über 95% Spitzenreiter.

 

So funktionieren Suchmaschinen

 

Wie können Suchmaschinen innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Liste relevanter Antworten auf komplexe Fragen erstellen? Die meisten Suchmaschinen arbeiten indexbasiert – so auch Google. Das heißt, dass Websites und Inhalte des WWW mit Hilfe eines Index kategorisiert werden. In den grauen Vorzeiten des Internets waren die Zahlen neuer Websites bzw. Updates relativ übersichtlich, heutzutage müssen unglaubliche Mengen an Daten verarbeitet werden. Dafür gibt es Webcrawler, das sind bestimmte Programme, die am laufenden Band das WWW durchforsten und die neuen oder aktualisierten Inhalte indexieren. So bleibt der Index aktuell.

 

Bei einer Suche werden die passend zum Suchbegriff indexierten Ergebnisse in eine Reihenfolge gebracht, also gerankt – die relevantesten Ergebnisse sollen auf der Liste ganz oben stehen. Diese Reihenfolge ist auch die Trefferliste, die dem Nutzer angezeigt wird. Sie wird als SERP bezeichnet (engl. search engine results page). Der Algorithmus, nach dem die SERP sortiert wird ist meist geheim, so auch im Fall von Google. In Teil 2 unserer Reihe stellen wir mögliche Einflussfaktoren auf den Algorithmus vor und zeigen, wie das Ranking der eigenen Website verbessert werden kann. Nichts anderes wird nämlich bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) versucht.

 

Wenn man scherzhaft vom Deep Web spricht und damit alle Suchergebnisse meint, die hinter Seite 1 der Ergebnisseiten liegen, enthält das zumindest einen Funken Wahrheit. Schließlich gewöhnen sich Nutzer daran, bequem und schnell Lösungen zu finden. Auf SEO kann man deshalb nicht mehr verzichten.

 

Den Suchprozess kann man sich mit folgendem Video vor Augen führen.

 

Suchmaschinen im Vergleich

Nach Google sind Bing und Yahoo in Deutschland am beliebtesten. Allerdings mit großem Abstand zum Marktführer. Bing hat einen Marktanteil von 4,16%, Yahoo liegt bei 0,98%. Yahoo kooperiert mit Bing, genau wie AOL oder die dem guten Zweck verschriebene Suchmaschine GoodSearch. Letztere spendet pro Suchanfrage 50% der Werbeeinnahmen an eine wohltätige Organisation. Allerdings fungiert die Suchmaschine in diesem Fall nur als Vermittler, sie benutzt den Suchalgorithmus von Yahoo mit. In den USA hat Bing weitaus mehr Funktionen als in Deutschland und ist dementsprechend beliebter. Der Marktanteil liegt hier bei 9,17%.

 

So eindeutig wie in Deutschland hat sich der Kampf um die Vorherrschaft der Suchmaschinen weltweit nicht entwickelt. In Russland hat sich zum Beispiel die Suchmaschine Yandex auf das kyrillische Alphabet konzentriert und dadurch einen beachtlichen Marktanteil von 57,6% erreicht. In China ist die Suchmaschine Baidu von besonderer Bedeutung und erreichte 2014 einen Marktanteil von ca. 56%.

Wie Bing kooperiert auch Google – etwa mit T-Online. Tatsächlich ist Google als Suchmaschine so relevant, dass Websites ihre Inhalte nach den Algorithmen der Suchmaschine ausrichten – etwa bei SEO. Google Inc. versucht, nicht nur im Bereich von Suchmaschinen ein Innovator zu sein, sondern auch mit anderen Projekte die eigene Marke stets zu erweitern (Pixel Phone, Google Glasses etc.).

 

Aber Google muss auch Kritik aushalten: immer wieder wird der Datenschutz bemängelt. Das führt zu zahlreichen Klagen und langfristig unter Umständen auch zu einem Vertrauensverlust. Womit wir auch schon bei den Alternativen angekommen sind – Suchmaschinen wie DuckDuckGo, IxQuick, MetaGer oder Qwant legen mehr wert auf Datenschutz und die Anonymität der Nutzer. Viele dieser Suchmaschinen haben ihren Hauptsitz in Europa und erfüllen dementsprechend strengere Auflagen bezüglich Datenschutz.  Darüber hinaus gibt es zahlreiche Suchmaschinen, die themenspezifisch sind – zum Beispiel Wolfram Alpha oder Google Scholar.

 

 

Kann ich meine Marketing-Bemühungen auf Google konzentrieren?

Aus Marketing-Perspektive lohnt es sich, sich auf Suchmaschinen zu konzentrieren, die es erlauben, den Nutzer zu verfolgen (engl. user-tracking). Dadurch können Werbung und Keywords an die jeweiligen Nutzer angepasst werden und die eigene Sichtbarkeit wird erhöht.

Reicht es also, die Marketing-Bemühungen auf Google zu beschränken? Natürlich ist jeder Fall verschieden und es ist schwierig, allgemeine Empfehlungen zu geben, aber gerade für Einsteiger und knappe Budgets bietet sich das tatsächlich an. In Teil 3 von 4 unserer Reihe gehen vertiefen wir das Thema Suchmaschinenwerbung (SEA), erklären, was es mit AdWords auf sich hat und wie man das Beste aus seinem Budget holen kann.

Das Feld der Suchmaschinen ist äußerst dynamisch. In Folge 4 unserer Suchmaschinen-Serie werfen wir einen Blick in die nähere Zukunft und stellen Trends vor, die wir in den nächsten Jahren für relevant halten – zum Beispiel Sprachsuche mit Hilfe von Siri oder Cortana.

Lerne nächste Woche mehr über Rankingsignale, Keywords und SEO!

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